Ausgezeichnet? (M)ein Award und die Folgen

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Das Freimaurer-Blog »Hagenunterwegs« hat meinen Blog nominiert – für den »Liebster Award«! »Kenn’ ich zwar nicht, klingt aber nett«, habe ich gedacht. Dann habe ich gegoogelt – und festgestellt, dass es inzwischen offenbar nicht mehr nur Kettenbriefe und -mails gibt, sondern auch Ketten-Interviews und -awards.

»Na toll, ’schabdokeinezeitfürsowatt«, war mein nächster Gedanke. Aber weil ich auch ein bisschen neugierig bin, habe ich mir die Fragen doch mal angeschaut.

Dabei fiel mir auf, dass es vielleicht gar nicht so verkehrt wäre, mir Zeit für Hagens Liebster-Award-Fragen zu nehmen. Und zwar, weil mich meine Antworten selbst interessieren würden. Klingt komisch, is aber so.

Denn Freimaurerei hat ja viel mit Selbsterkenntnis zu tun und vieles macht man sich normalerweise gar nicht so bewusst. Man macht halt so. So nebenbei eben, stellt sich selten Fragen. Und hatte nicht irgend ein schlauer Bruder auch mal gesagt, dass sich beim Schreiben die Gedanken klären?

Es ist dann zwar seit der Nominierung verdammt viel Zeit ins Land gegangen (sorry, Hagen!), aber ich habe Hagens »Herausforderung« letztlich angenommen – voila:

1. Warum hast Du zu bloggen begonnen?

Ich hatte gerade mein Büchlein »Freimaurer in 60 Minuten« veröffentlicht und mich gefragt, was ich jetzt mit all dem mache, was mir sonst noch zum Thema einfällt. Und mich hat dieses neue Medium gereizt. Ich fand’s irgendwie kurios »Innenansichten« aus dem zu bloggen, was viele immer noch fälschlicherweise für einen »Geheimbund« halten.

2. Was ist Dein liebster / Dein subjektiv wichtigster Post bisher?

Wichtig? Durch die aktuelle Lage vermutlich »Raus aus der Schockstarre – Fremdenfeindlichkeit, Flüchtlingspolitik, Freimaurerei« und »Freimaurer und heikle Themen: Was hätte Bruder Franz getan?« Liebster: Das Dschungelbuch – Freimaurerei für alle?

3. Gibt es einen Post von Dir, den Du aus heutiger Sicht nicht mehr veröffentlichen würdest?

Nein, nicht das ich wüsste. Vielleicht liegt’s daran, dass ich beim Schreiben meist einen Satz meines ehemaligen Logenmeisters vor Augen habe: »Worte sind wie Pfeile. Einmal abgeschossen, kannst Du sie nicht mehr zurückholen« – soweit ich weiß ein afrikanisches Sprichwort. Was ich damit sagen will: Viele Blogger schreiben ja, was ihnen gerade so in den Sinn kommt. Bei mir ist das in der Regel anders. Ich lasse mir mit meinen Posts Zeit, habe zwar viele spontane Ideen, aber nur, was mir auch nach ein paar Tagen noch interessant genug erscheint, mache ich zu einem Beitrag. Und trotzdem schreibe und veröffentliche ich meinen jeweiligen Text dann selten am selben Tag. Ich bringe erstmal nur einen Entwurf »zu Papier«, lasse den Text über Nacht liegen, lese mir am nächsten Tag noch mal alles durch und überlege dann, was man vielleicht anders verstehen könnte, als ich es meine und bessere ggf. nach. Und vielleicht ist dieser lange »Reifeprozess« der Grund dafür, dass ich bislang noch keinen Post richtig bereuen musste.

4. Was war die schönste Reaktion auf Deinen Blog / einen Post von Dir?

Die schönste Reaktion gibt es eigentlich gar nicht. Aber ich freue mich natürlich vor allem über alle, die mir schreiben, dass ich ihnen aus dem Herzen geschrieben habe oder ihnen mein Blog neue Blickwinkel aufgezeigt hat – zum Beispiel in Bezug auf die Freimaurerei oder das Leben an sich.

5. Was war die schlimmste Reaktion auf Deinen Blog / einen Post von Dir?

Schlimme Reaktionen sind mir bislang zum Glück erspart geblieben.

6. Welches Buch liest Du gerade oder hast Du zuletzt gelesen?

Ich lese eigentlich immer mehrere zeitgleich. Zum Zerstreuen meist einen Historienroman, zuletzt »Das Licht der Welt« von Daniel Wolf und parallel dazu »Der Appell des Dalai Lama«, in dessen Texten und Geisteshaltung viel von dem steckt, was ich unter Freimaurerei verstehe. Dazu »Weg zum Selbst – Zen-Wirklichkeit« von Uchiyama Roshi – und zwar immer wieder häppchenweise nach dem Meditieren. Die Historienschinken wandern dann nach dem Lesen zu meiner Schwiegeroma oder in den öffentlichen Bücherschrank meiner Heimatstadt, die anderen habe ich immer per eReader dabei.

7. Was war Deine bisher inspirierendste Reise?

Entspannen kann ich vor allen in Irland, das ich seit einigen Jahren fast regelmäßig bereise. Aber meine bisher inspirierendste Reise war ein zweieinhalbwöchiger USA-Trip in 2014 – angetreten mit »Übergepäck an Vorurteilen« und diesbezüglich deutlich erleichtert zurückgekehrt. Aber da konnte ich auch noch nicht ahnen, dass Donald Trump mal Chancen auf’s Präsidentenamt hat. ;)

8. Nenne mir Deine Lieblingsfarbe und sage mir, warum sie das ist.

Ich habe eigentlich keine richtige Lieblingsfarbe. Aber grundsätzlich mag ich’s eher hell und warm, weil, öh, ja… keine Ahnung, vielleicht, weil die Welt schon dunkel und kalt genug ist.

9. Was wünscht Du Dir zu Weihnachten?

Gute Frage. Muss ich mal auf’n Wunschzettel gucken. Ich führe nämlich übers Jahr eine Liste, auf die ich mir alles schreibe, was mir übers Jahr einfällt. Denn wenn mich jemand spontan fragt, bin ich meist wunschlos glücklich. Also, Blick auf die Liste: Ich wünsche mir offenbar mal wieder vor allem Bücher. Und zwar derzeit über Minimalismus.

10. Was war die letzte Anschaffung, die Du gemacht hast?

Moment, da müsste ich ich mein Gedächtnis fragen… »Schaaahatz? Was war meine letzte Anschaffung, die ich…?« Ach… ich weiß es wieder: Ohrenstöpsel! Ein unverzichtbares Accessoire für Vielreisende mit leichtem Schlaf.

11. Stadt oder Land? Und warum?

Land – vermutlich, weil ich in der Stadt lebe und arbeite. Wenn’s andersrum wäre, wär’s vermutlich andersrum. ;)

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So.
Habe fertig.
Das also war mein Liebster-Award-Interview.
Nun muss ich nur noch andere nominieren. Denn der Sinn des Awards ist vor allem, das Leser durch die »Weiterverleihung« neue Blogs und Autoren entdecken. Schaue ich also mal in meinen Feedreader… And the winners are [Trommelwirbel]:

Rene von freimaurergedanken.com, FrauMaurer bzw. das Blog der Frauengroßloge von Deutschland und – aller guten Dinge sind nicht nur unter Freimaurern drei – Sabine von lessworkmorezen.de.
Sorry – und herzlichen Glückwunsch. ;)


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17. Februar 2016 von freimaurer.online
Kategorien: Freimaurer 2.0, Portraits, Interviews, Presse, Medien | Schlagwörter: , , | 1 Kommentar
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1 Kommentar

  1. Prima! Da habe ich ja schon einen Leser für meinen masonisch geprägten Historienroman, der im nächsten Jahr herauskommt.
    ;)

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