3 Fragen an: Den neuen Großmeister der VGL

Christoph Bosbach - November 2015Christoph Bosbach, Jahrgang 1961, Jurist und in der IT-Branche tätig, wurde jüngst von den Vertretern der deutschen Großlogen zum neuen Großmeister der Vereinigten Großlogen, dem Dachverband der deutschen Freimaurerei gewählt – Anlass für mich, ihn Euch mit einem »Steckbrief« und Kurzinterview mal etwas näher vorzustellen:

Auf meine telefonische Nachfrage, ob ich ihm zu seiner Wahl nun eher gratulieren oder Beileid wünschen soll (das »höchste« Ehrenamt ist mit viiiiiiel Arbeit verbunden) muss er zunächst herzlich lachen: Er sei sich der Herausforderungen zwar durchaus bewusst, habe aber u. a. durch seine langjährige ehrenamtliche Arbeit im Vorstand der »Großen Landesloge« auch schon einiges an Erfahrungen sammeln können.

Christophs privater Ausgleich zum beruflichen und ehrenamtlichen Stress: »Golf«, musikalisch »RnB, 70ties und Jazz«, dazu »Action, Fantasy und History-Filme« und literarisch vor allem »leichte Unterhaltung: Krimis, Biografien«.

Seit 1991 ist er Mitglied der Kölner Loge »Freimut und Wahrheit«. Er habe durch die Freimaurerei vor allem gelernt, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen, »auszugleichen, fair zu bleiben« und »so oft es geht, die freimaurerischen Meistertugenden zu beherzigen«, möchte aber durch seine weitere Arbeit am »rauen Stein« gerne noch »ruhiger und gelassener werden«. Sein (im Vergleich dazu) eher rastloses Lebensmotto »Stillstand ist Rückschritt« scheint er auch zum roten Faden seiner Amtszeit machen zu wollen:


Christoph, als Motto für Deine Amtszeit hast Du »Mit Freimut und Wahrheit auf zu neuen Ufern« gewählt – mit dem ersten Teil erweist Du Deiner Mutter-Loge die Ehre; welches »Neuland« hast Du mit dem 2. Teil Deines Mottos im Blick?

Der erste Teil soll nicht nur meiner Mutterloge die Ehre erweisen, sondern ebenso die Worte bei ihrer Bedeutung fassen; ich möchte mein Tun freimütig und wahrheitsgemäß verrichten. Mit den neuen Ufern meine ich, das mir Mögliche dazu beizutragen, die Freimaurerei in Deutschland gemeinsam mit den fünf deutschen Großlogen in eine neue, moderne, digitalisierte und globalisierte Zeit zu führen. Neues und frisches Denken möchte ich gerne fördern.

2017 feiert die Freimaurerei 300-jähriges – auf welchem Weg siehst Du die Freimaurerei im Jahr 2020? Welche Dinge, die älteren Brüdern heute vielleicht noch ungewöhnlich vorkommen, werden dann schon fast normal sein?

Ich bin der festen Überzeugung, dass sich die Freimaurerei einer schnelleren, globalen und sich permanent wandelnden Gesellschaftsentwicklung anpassen muss. Der Zug fährt, ob mit oder ohne uns. Hier entscheidet sich aber die Zukunft der Freimaurerei. Zudem werden wir in 2020 erheblich öfter als heute in der Öffentlichkeit auftreten und auch unseren Platz in der Gesellschaft wahrnehmen.

Du hast in Deiner Antrittsrede gesagt, Du möchtest vor allem die Gemeinsamkeiten der deutschen Lehrarten betonen, statt die Unterschiede – welche Gemeinsamkeiten sind das aus Deiner Sicht vor allem?

Die Meistertugenden, Toleranz und Bruderliebe. Das gemeinsame Interesse an einer fortlebenden Freimaurerei und den gegenseitigen Respekt vor den unterschiedlichen Lehrarten. Es soll und darf keine ideale Freimaurerei geben. Gerade in ihren Variationen bietet jede Lehrart ihren Mitgliedern alle Optionen der eigenen Interpretation.

Danke für das Kurzinterview.


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01. Dezember 2015 von freimaurer.online
Kategorien: Freimaurer 2.0, Portraits, Interviews | Schlagwörter: , , , , | Schreibe einen Kommentar
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